Freie Texte
Textatelier wortlaut
In meinem Textatelier stelle ich Dir einige Gedichte, Kurztexte und Kurzgeschichten frei zur Verfügung, um Dir ein paar Minuten Lese-Auszeit zu schenken. Es ist mein Anspruch als Autorin, Dir mit meiner Arbeit eine Freude zu bereiten und einen Mehrwert zu schaffen. Mit meinen Texten möchte ich Dich nicht nur unterhalten, entspannen oder informieren, sondern auch berühren, zum Nachdenken anregen, die Seele nähren und Dich auf eine Reise mitnehmen.
So wie der Künstler in seinem Atelier Kunstwerke erschafft, so werden in diesem Textatelier Schriftstücke geschmiedet. Es wird mit Nuancen, Farben und Formen gespielt, experimentiert, gefeilt. Mal kurz, mal lang, mal feingeschliffen, mal mit schneller Feder geschrieben, präsentieren sich die Texte hier in dieser Sammlung. Und weil beim Schreiben immer das Wort im Vordergrund steht, der Wortlaut als kunstvolle Anordnung der Wörter die Essenz des Textes ausmacht und nicht zuletzt, weil hier einfach die Worte laut sein dürfen, habe ich diesem Textatelier den Namen „wortlaut“ verliehen.
Ich wünsche Dir viel Freude beim Lesen!
Kurzgeschichten
Urlaub in Ferrara
Nun ist es ja allgemein bekannt, dass die skurrilsten Geschichten nicht der Fantasie eines Schreiberlings, sondern dem Leben selbst entstammen. So trug es sich denn zu, dass ich neulich in den Genuss eines hochinteressanten Gartenzaungesprächs meiner Nachbarn kam. Die treuherzige, aber leicht naive Olga und ihr Mann Gerd verrichteten gerade diverse Arbeiten vor dem Haus, als die neu zugezogene Familie Neumann vorbeispazierte.
Max, Welly und der Mond
Die Sonne blinzelt vom Himmel. Als ob es eine andere Sonne wäre, von einem anderen Himmel, denke ich. Mein Neffe ist zu Besuch gekommen. Max. Eigentlich Maximilian. Achteinhalb Jahre alt. Früher hätte ich den Knaben gefragt, was er einmal werden möchte. Heute frage ich ihn, wie er einmal leben möchte.
Ohne Worte
Frau K. ist Kinderkrankenschwester. Sie arbeitet auf der Geburtenstation. Leben schenken. Selbst auch, zwei Kinder. F., 19, A., 16. Bub, Mädchen.
Er Arbeiter, sehr fleißig. Jetzt arbeitslos.
Sie Schule, sehr brav. Jetzt daheim.
Beide viele Freunde. Jetzt online.
Der Vater im Büro, zehn Stunden am Tag. Sehr freundlich und sozial. Liebt seine Familie. Frau und Kinder. Traum. Haus.
Gedichte
Waldesruh`
Über den Wipfeln der hohen Tannen möchte ich die Flügel meiner Seele aufspannen. Ich schaue ihr zu, wie sie fliegt und entschwebt – der Stoff unsrer Gaben ist aus Träumen gewebt. Dort möchte ich meine Nester bauen dem Geist entfliehen, das Eine schauen zerfließen, mich verbinden und neu aufstehn´ den Nordstern vor Augen in die Welt hinein gehn´. Dunkelgrün atmet es in mir. Der Hauch entweicht – ich bleibe hier.
wenn überhaupt…
wenn überhaupt rettet uns nur die liebe in diesem verrückten spiel des lebens.
Für Europa
Ich möchte ein Europa sehen,
das stark ist.
Nicht im Kampf und Streit,
sondern im Zusammenhalt und Frieden.
Ich möchte ein Europa sehen,
das groß ist.
Nicht als Schlachtfeld der Angst und Willkür,
sondern als Schauplatz von Vernunft, Menschlichkeit und Liebe.
Gebet
So mögest Du, mein Gott, mich führen auf dass ich diesen Weg gut geh´ beenden nur kann ich niemals was endlos ist, seit eh und je. Doch Dein ist mein Gehen und Wandeln Schritt für Schritt. Ich bitt Dich nur: Nimm mich beizeiten in Deine Ewigkeit mit.
Mein Weg
Der Sonne Lauf kann ich studieren doch begreifen werd ich nie. So fällt auf meinen Weg mal Licht, mal Schatten während ich wandle zwischen Berg und Tal.
Wie man leben soll
Ich scheitere kläglich
in meinem Bemühen täglich
ein besserer Mensch zu sein.
Soll ich aber deswegen
absehen von dem Streben
nach einem tugendreichen Leben?
Mich vom Urteil befreien,
alles verzeihen,
nichts wollen noch verlangen,
doch alle Gaben dankbar empfangen.
Zum Muttertag
DANKE meiner eigenen Mutter.
DANKE meinen Kindern,
die mich zur Mutter gemacht haben.
Der Zauberwald
Zwei Freunde gehen in den Zauberwald
Sie wissen schon, nun spukt es bald
Das Licht erlischt, die Schatten springen
es ziehen sich zu der Wurzeln Schlingen
Die Luft wird knapp, der Atem zittert
am Himmel donnert´s und gewittert
Die Bäche stürzen, der Boden bricht
unter der düstern Gedanken Gewicht –
Friedensgebet
Nicht ein Anti-Kriegstext soll es sein,
denn Krieg
erzeugt Krieg
erzeugt Krieg.
Aber ein Friedensgebet möchte ich schreiben –
So bitte ich:
Glück
Ich stand auf einem hohen Turm in einem historischen Städtchen in Mittelitalien, an dessen Namen ich mich nicht mehr erinnern kann. Es war Abend und eine leichte Brise brachte die Wärme des ausglühenden Tages und den Duft des Sommers zu mir, die ich, 18 Jahre jung, gierig mit meinen Augen die in der Dämmerung zerfließenden Konturen des fernen Horizonts abtastete.
Sehnsucht
Unter den Sternen im Mondesglanz
betrachte ich schweigend den Weltentanz.
Nur Stille umfängt die kühle Nacht,
in der ich voll Wehmut an dich gedacht.
Die Wahrheitistnicht immer erwünschtnicht immerbequemnicht immererlaubtaber immerwahr. Unter dem Eindruck der Corona-Situation entstanden
Weiß isch iatz schworzund a Schof a Goaß.De Ziel isch a Vulkanobr Fuier sig i koans.Gschossn werd wia wildaus Ongst vorm bösen Wolfgib man direktin Rotkäppchen oans.Worm isch iatz koltund a Engel a Dämonobr a Bamisch a Bamisch a Bamim Wold. Unter dem Eindruck der Corona-Situation entstanden
Jede Existenz steht in der Ewigkeit des Seins geschrieben. Alles ist in der Unendlichkeit der Zeit geborgen.
Über das Schreiben und die Autorengemeinschaft
Wenn der Schreibende der Baum ist am Fuße des Berges, dann ist die Autorengemeinschaft der grüne Wald, die Lunge der Gesellschaft, durch die der Wind der Zeit atmet. Und wenn der Berg das vollbrachte Werk einer Generation ist, dann verbindet die Gebirgskette ihn mit dem Gestern und dem Morgen, dem Relief unserer (Kultur-) Landschaft.
Wie ein Gedicht entsteht
Geh,dicht! GE- bist du nicht mehr ganzDICHT? GGeGedGediGedicGedichGedichtGedichGedicGediGedGeG
Darum
Ich schreibe nicht
Der weißen Blätter wegen
Des goldenen Stiftes wegen
Oder der verzierten Lettern wegen
Und schon gar nicht
Meinetwegen
Euretwegen
Das innere Kind
Seit vielen Jahren träume ich
den großen Traum vom Fliegen
und manches Nachts ertapp’ ich mich
wie Tränen leise im Kissen versiegen.
Stimme…
Kennst du das Gefühl, mit leiser Stimme aus einem viel zu lauten Schlaf zu erwachen? Ein Schlaf, ach – wäre er doch nur ein Traum!